Kardiologische Zuchtuntersuchungen

Herzuntersuchung zur Zuchtzulassung für Hunde

Für eine offizielle kardiologische Zuchtuntersuchung nach den Richtlinien des Collegium Cardiologicum e. V. (CC) bringen Sie bitte die Ahnentafel des Hundes zum Untersuchungstermin mit. Diese wird zur eindeutigen Identifizierung des Hundes inklusive Zuchtbuchnummer benötigt.

Die Befunde werden nach der Untersuchung direkt online in den Befundbogen des CC eingetragen und Sie erhalten ein ausgedrucktes Exemplar für Ihre Unterlagen. Bei einigen Rassen wird außerdem die Durchführung der kardiologischen Untersuchung auf der Ahnentafel vermerkt.

Warum kardiologische Zuchttauglichkeitsuntersuchungen beim Hund?

Bei einigen Hunderassen ist die Untersuchung der Herzgesundheit mittels Ultraschall Bedingung für die Erlaubnis zur Zucht in einem Rassezuchtverein.

Je nach Rasse muss die kardiologische Zuchttauglichkeitsuntersuchung einmalig oder mehrfach erfolgen, da einige erblich bedingte Herzerkrankungen erst später im Leben erkannt werden können.

Die Herzuntersuchung für die Zuchtzulassung und die Erstellung eines offiziellen Gutachtens darüber darf nur durch Tierärzte erfolgen, die geprüftes Mitglied im Collegium Cardiologicum e.V. (CC e.V.) sind.
Dadurch wird eine standardisierte und qualifizierte Untersuchung im Sinne einer Qualitätssicherung gewährleistet. Außerdem werden sämtliche hierdurch einheitlich erhobene Untersuchungsdaten in einer Online-Datenbank erfasst, was die Möglichkeit für wissenschaftliche Analysen schafft.

Außerdem gibt es weitere Rassen, bei denen eine Herzuntersuchung vor dem Zuchteinsatz dringend zu empfehlen ist:

Dobermann (Doberman Pinscher)

Cavalier King Charles Spaniel

Hovawart

Golden Retriever

Labrador Retriever

Die kardiologische Zuchtuntersuchung des Hundes umfasst eine klinische Allgemeinuntersuchung, das Abhören des Herzens und der Lunge (Auskultation) und eine Herzultraschalluntersuchung mittels 2D, M-Mode, Farb- und CW-Doppler, sowie ein mitlaufendes Monitor-EKG (Echokardiographie).

Ein zusätzliches EKG ist beim Irish Wolfhound (konventionelles Kurzzeit-EKG) und beim Dobermann (24-Stunden Langzeit-EKG, Holter) vorgeschrieben sowie bei allen anderen Hunden, wenn während des Ultraschalls Rhythmusstörungen auffallen.

Genauere Information zur Herzuntersuchung für die Zucht der oben genannten Hunderassen finden Sie hier:

Boxer

Deutsche Boxer werden bereits seit 1999 kardiologisch vor dem Zuchteinsatz untersucht. Das Mindestalter für die Untersuchung beträgt 12 Monate. Das besondere Augenmerk bei dieser Rasse liegt auf angeborenen Veränderungen im Bereich der Aorta und der Pulmonalarterie.

Die Rasse Boxer dient als gutes Beispiel für den zuchthygienischen Erfolg, den eine konsequente Herzuntersuchung aller zur Zucht verwendeten Tiere bringen kann: Eingeführt wurde die verpflichtende Herzuntersuchung in den beiden grossen Zuchtvereinen des VDH (IBC e.v. und BK e.V.) aufgrund einer Häufung schwerer Fälle von Aortenstenosen  und Pulmonalstenosen (SAS und PS) sowie von plötzlichen Todesfällen in den 90 er Jahren. Durch die Untersuchung wurden Hunde mit schwerwiegenden Herzerkrankungen von der Zucht ausgeschlossen. Inzwischen kommen nun kaum noch schwere Fälle dieser beiden Erkrankungen beim Boxer vor.

Cavalier King Charles Spaniel

Der Cavalier King Charles Spaniel ist eine der wenigen kleineren Hunderassen, bei denen vor dem Zuchteinsatz eine Abklärung der Herzgesundheit wichtig ist. Hier liegt das besondere Augenmerk auf Veränderungen der Mitralklappe. Erblich bedingte degenerative Veränderungen (Mitralklappenendokardiose) und Mitralklappenprolaps treten bei dieser Rasse häufig schon früher im Leben auf als bei anderen kleinen Hunderassen. Der CCD e.V. schreibt für die Zulassung zur Körzucht und zur Premium-Körzucht eine echokardiographische Untersuchung vor. Diese ist ab einem Lebensalter von 2,5 Jahren möglich.

Dogge

Bei der Deutschen Dogge ist im Januar 2014 die Herzuntersuchung für alle Hunde, die zur Zucht im DDC e.V. verwendet werden, verpflichtend eingeführt worden. Das Mindestalter für die Erstuntersuchung beträgt 18 Monate. Momentan führt ein Befund am Herzen nicht direkt zum Zuchtausschluss, da zunächst über mindestens drei Jahre Daten gesammelt werden sollen. Bei dieser Rasse soll vor allem die erblich bedingte Herzmuskelschwäche (Dilatative Kardiomyopathie, DCM) erkannt werden. Da sich die DCM häufig erst im mittleren Lebensalter durch Veränderungen im Ultraschall oder durch das Auftreten von Herzrhythmusstörungen zeigt, müssen die Hunde auch bei gesund erscheinendem Herzen alle zwei Jahre untersucht werden, um weiter in der Zucht verwendet werden zu können.

Dobermann

Beim Dobermann besteht ein sehr hohes Risiko im Laufe des Lebens an einer genetisch bedingten Dilatativen Kardiomyopathie (DCM) zu erkranken. Daher sollte eine regelmäßige Herzultraschalluntersuchung für alle in der Zucht eingesetzten Hunde selbstverständlich sein. Der DV e.V. hat die Verpflichtung hierzu allerdings nach dem Jahr 2009 wieder abgeschafft. Da bei der besonderen Form der Dobermann-DCM Rhythmusstörungen häufig die ersten Veränderungen darstellen, ist bei dieser Rasse neben der Echokardiographie ein Holter-EKG (24-Stunden Langzeit EKG) Bestandteil der kardiologischen Zuchttauglichkeitsuntersuchung, um nach CC-Standard im Gutachten die Herzgesundheit zum Zeitpunkt der Untersuchung bestätigen zu können. Auch bei dieser Rasse sollten herzgesunde Tiere alle zwei Jahre erneut untersucht werden, da das Risiko zu erkranken mit dem Lebensalter ansteigt.

Französische Bulldogge

Im IKFB e.V. ist seit Januar 2014 eine Herzuntersuchung durch ein CC-Mitglied vor der Zulassung zur Zuchttauglichkeitsprüfung einer Französischen Bulldogge Pflicht. Die Hunde müssen hierzu mindestens 11 Monate alt sein. Bei dieser Rasse reicht in der Regel eine einmalige Herzuntersuchung aus, da vor allem auf das Vorliegen einer erblich bedingten angeborenen Pulmonalstenose untersucht werden soll.

Golden Retriever

Beim Golden Retriever gehört die kardiologische Untersuchung nicht zum „Pflichtprogramm“ der Zuchtzulassung. Da aber eine Rassedisposition für die Subaortenstenose besteht, raten die Zuchtvereine zur freiwilligen Herzuntersuchung vor dem Zuchteinsatz.

Hovawart

Der RZV Hovawart e.V. empfiehlt eine kardiologische Untersuchung aller Zuchthunde ab einem Alter von 20 Monaten. Verpflichtend ist die Herzuntersuchung durch ein CC-Mitglied für die Zulassung zum weiteren Zuchteinsatz bei Hündinnen nach dem 3. Wurf und bei Rüden nach dem 5. Wurf.

Irish Wolfhound

Der DWZRV e.V. hat für den Irish Wolfhound ebenfalls bereits 1999 die verpflichtende kardiologische Zuchtuntersuchung eingeführt. Der Grund dafür ist die genetisch bedingte Herzmuskelerkrankung Dilatative Kardiomyopathie (DCM). Das Mindestalter für die Erstuntersuchung beträgt beim Irischen Wolfshund 15 Monate. Zusätzlich zur Echokardiographie ist ein EKG vorgeschrieben. Diese Untersuchung muss bei herzgesunden Hunden alle zwei Jahre wiederholt werden.

Labrador Retriever

Beim Labrador besteht momentan in keinem Zuchtverband eine Pflicht zur Untersuchung der Herzgesundheit vor dem Zuchteinsatz. Da jedoch ein erhöhtes Risiko für erbliche Fehlbildungen im Bereich der Trikuspidalklappe festgestellt wurde, ist auch hier eine Herzuntersuchung von Zuchttieren durch ein Mitglied des Collegium Cardiologicum e.V. ratsam.

Neufundländer

Für die Zucht von Neufundländern im DNK e.V. und im VND e.V. ist eine Herzuntersuchung ab einem Alter von 18 Monaten vorgeschrieben. Bei dieser Rasse liegt das Augenmerk auf Veränderungen im Bereich der Aorta, also der Aortenstenose (AS) und Subaortenstenose (SAS). Wobei im höheren Alter auch bei dieser Rasse die DCM eine gewisse Rolle spielt.

Pon

Vor dem Zuchteinsatz des Polsky Owczarek Nizinny besteht im APH e.V. die Pflicht einer Herzuntersuchung ab dem Alter von 12 Monaten. Da bei dieser Rasse ein erhöhtes Risiko für den Persistierenden Ductus Arteriosus Botalli (PDA) besteht, lassen einige Züchter freiwillig schon die Welpen vor der Abgabe darauf untersuchen. Eine weitere erbliche Herzerkrankung dieser Rasse ist die DCM, die teilweise auch schon junge Hunde betrifft.

Saluki & Afghanischer Windhund

Auch für diese Windhund-Rassen besteht im DWZRV e.V. eine Verpflichtung zur Herzuntersuchung vor dem ersten Zuchteinsatz im Alter von mindestens 15 Monaten. Da auch hier neben erblichen Klappererkrankungen die DCM eine Rolle spielt, sollten die Hunde regelmäßig weiter untersucht werden (alle 2 Jahre) um betroffene Tiere zu erkennen.