In der Humanmedizin wird man nach dem Medizinstudium durch eine entsprechende Facharztausbildung über mehrere Jahre zum Kardiologen.

In der Tiermedizin gibt es im Unterschied dazu keinen Fachtierarzt für Kardiologie.

Der Begriff Herzspezialist oder Kardiologe ist daher in der Tiermedizin nicht so „geschützt“ wie in der Humanmedizin, so dass für Patientenbesitzer oft nicht zu erkennen ist, wie qualifiziert der von ihnen konsultierte Tierarzt für eine Herzuntersuchung und Therapie bei Hund und Katze überhaupt ist.

Ein gewisses Fachwissen im Bereich der Kardiologie ist jedoch gewährleistet, wenn ein Tierarzt eine der folgenden beiden Prüfungen abgelegt hat:

Zusatzbezeichnung Kardiologie:

Der einzige offizielle Qualifikationsnachweis als Tierkardiologe in Deutschland ist das Bestehen eines Prüfungsverfahrens durch die Tierärztekammer zur Erlangung Titels Zusatzbezeichnung Kardiologie. Dieser Titel kann grundsätzlich aus der Praxis heraus erworben werden. Es wird je nach Landestierärztekammer ein etwas unterschiedlicher Leistungskatalog vor der Zulassung zur theoretischen Prüfung verlangt.

Collegium Cardiologicum e.V.:

Mitglied im Collegium Cardiologicum kann nur werden, wer das Aufnahmeverfahren bestanden hat. Das Collegium hat insbesondere den Zweck, eine gute Qualität bei kardiologischen Zuchtuntersuchungen in der Erkennung angeborener Herzdefekte sicherzustellen.

Das Aufnahmeverfahren besteht aus insgesamt 20 durch jeweils mindestens drei verschiedene Mitglieder des Vereins überwachten Untersuchungen, sowie einer theoretischen und einer praktischen Prüfung. Bei der praktischen Prüfung muss gezeigt werden, dass der Prüfling in der Lage ist, nach einem strengen standardisierten Untersuchungsverfahren im Herzultraschall zu arbeiten und verlässliche Bilder anzufertigen.

Darüber hinaus gibt es noch international anerkannte mehrjährige Spezialausbildungen, die in Universitätskliniken in Europa und in den USA/Canada absolviert werden können. Diese Ausbildung und die abschließende Prüfung zum Diplomate ECVIM-CA (Cardiology) oder Diplomate ACVIM (Cardiology) geht weit über die oben genannten Prüfungen hinaus, weshalb in Deutschland bisher auch nur wenige Kardiologen diese Titel tragen.

Manche Tierärzte führen verwirrender Weise als Spezialisierungsnachweis die Mitgliedschaft in kardiologisch orientierten Fortbildungsorganisationen an. Mitglied in diesen Vereinigungen kann allerdings jeder Tierarzt ohne weitere Voraussetzungen werden, der den Mitgliedsbeitrag bezahlt. Sinn dieser Organisationen ist lediglich, kardiologisch interessierten Tierärzten Möglichkeiten der theoretischen Fortbildung auf diesem Gebiet zu geben. Hierzu gehören die European Society of Veterinary Cardiology (ESVC) und die Fachgruppe Kardiologie der Deutschen Veterinärmedizinischen Gesellschaft (DVG).