Vorhofflimmern ist eine Arrhythmie (Herzrhythmusstörung), bei der die Bildung und Leitung der „Herzströme“ in den Vorhöfen gestört ist. 

Es findet dadurch keine normale Weiterleitung der elektrischen Impulse vom Sinusknoten über die Vorhöfe bis zum AV-Knoten mehr statt. Diese „elektrische Erregung“ führt normalerweise zu einer Kontraktion der Vorhofmuskulatur während der Füllungsphase der Hauptkammern, wodurch Blut aktiv in die Kammern gepumpt wird.

Vorhofflimmern führt zum Ausfall dieser Pumpfunktion der Vorhöfe. Dadurch wird ungefähr 25% weniger Blut als normal pro Diastole (Füllungsphase) in die linke Hauptkammer aufgenommen und somit auch weniger Blut pro Herzschlag aus dieser Kammer in den Körper gepumpt. 

Die Pumpleistung des Herzens ist dadurch also vermindert.

„Idiopathisches“ oder „primäres“ Vorhofflimmern bedeutet, das diese Arrhythmie ohne erkennbare Grunderkrankung des Herzens auftritt. Oft sind große Hunde und vor allem sogenannte Riesenrassen wie der Irish Wolfhound und die Deutsche Dogge vom idiopathischen Vorhofflimmern betroffen.

Da die Herzfrequenz beim primären Vorhofflimmern meist im normalen Bereich liegt, ist diese Herz-Rhythmusstörung beim Abhören des Herzens nicht leicht zu erkennen. Mit einem EKG (Elektrokardiogramm) lässt sich die Diagnose Vorhofflimmern hingegen einfach stellen. 

Im normalen EKG zeigt sich die elektrische Erregung der Vorhöfe in einer Welle, die als „P-Welle“ bezeichnet wird. Diese geht jedem „QRS-Komplex“ – das sind die Zacken, die durch die elektrische Erregung der Herzkammern entstehen – voraus. Beim Vorhofflimmern fehlen diese P-Wellen und es gibt statt dessen nur kleine „Flimmerwellen“ vor den QRS-Komplexen. 

Liegt bei einem Hund Vorhofflimmern vor, ist dies ein Grund mittels Echokardiographie nach einer  verursachenden Grunderkrankung des Herzens zu suchen. Dies sind meist Erkrankungen, die zu einer deutlichen Vergrößerung des linken Vorhofes geführt haben und mit einer medikamentellen Herztherapie behandelt werden können. 

Läßt sich hingegen in der Echokardiographie keine Herzerkrankung finden, nennt man das Vorhofflimmern „primär“ oder „idiopathisch“ (= ohne bekannte Ursache). 

Einige Hunde mit dieser zunächst „gutartigen Arrhythmie“ entwickeln später eine Dilatative Kardiomyopathie (= DCM; Herzmuskelschwäche). Daher ist es wichtig, das langsame Vorhofflimmern frühzeitig zu erkennen, so dass der Hund schon medikamentell behandelt werden kann oder engmaschig auf weitere Veränderungen kontrolliert wird.

Auch eine sogenannte elektrische Kardioversion mittels Defibrillator lässt sich beim Hund (in Narkose) durchführen, wodurch das Vorhofflimmern wieder in einen normalen Sinusrhythmus überführt werden kann. 

Abbildungen: EKG (Elektrokardiogramm) – Vergleich normaler Sinusrhythmus (vor jedem QRS-Komplex sieht man eine P-Welle) und langsames Vorhofflimmern (keine P-Wellen vorhanden).

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