Der Herzbeutel (oder das Perikard) umgibt das Herz. Zwischen Herzbeutel und Herz befindet sich normalerweise eine geringe Menge Flüssigkeit als Gleitmittel für das schlagende Herz.

Wenn sich diese Flüssigkeit durch eine Entzündung oder einen Rückstau stark vermehrt, spricht man von einem Herzbeutelerguss oder Perikarderguss.

Wenn der Erguss hochgradig ist, stellt er einen kardiologischen Notfall dar!

Da der Herzbeutel nur begrenzt dehnbar ist, entsteht durch zu viel Flüssigkeit darin ein erhöhter Druck im Herzbeutel. Durch diesen wird das Herz – und zwar vor allem der rechte Vorhof und die rechte Hauptkammer – zusammengerückt. Dies führt zu einer sogenannten „Rechtsherz-Tamponade“. Folge hiervon ist ein Rückstau des Blutes vor dem rechten Vorhof in den Körperkreislauf und Ansammlung von Flüssigkeit in der Bauchhöhle. Die Ansammlung einer erhöhten Menge Flüssigkeit in der Bauchhöhle bezeichnet man als Bauchwassersucht oder Aszites.

Die einzig wirksame Therapie ist eine möglichst schnelle Entfernung der Flüssigkeit aus dem Herzbeutel, um den Druck auf das Herz zu nehmen. Diese Entlastung ist nur durch eine Herzbeutelpunktion und nicht durch Medikamente zu erreichen!

Es gibt unterschiedliche Ursachen für die Entstehung eines Perikardergusses.
Beim Hund sind dies häufig Neoplasien (also Tumoren) im Herzen oder an der Herzbasis, sowie des Herzbeutels selbst. Außerdem gibt es oft den „idiopathischen Herzbeutelerguss“. Dies bedeutet, dass man keine Grundursache findet. Die Langzeit-Prognose und die weitere Therapie ist bei den einzelnen Grunderkrankungen ganz unterschiedlich, weshalb diese möglichst zeitnah nach der Herzbeutelpunktion weiter abgeklärt werden sollte.

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Hochgradiger Herzbeutelerguss mit „Rechtsherz-Tamponade“ bei einer Deutsch Drahthaar Hündin vor und nach Herzbeutelpunktion (Perikardiozentese).